Minimale Verladerisiken
Obwohl seit einigen Jahren automatische Fangmaschinen auf dem Markt sind, werden weltweit nach wie vor 95 % des Geflügels von Hand gefangen. Um Schäden an Masthähnchen zu vermeiden, müssen für die Fänger möglichst optimale Bedingungen geschaffen werden. Dazu gehört es auch, besonders auf die Gestaltung der Module zu achten, in die die eingefangenen Tiere verladen werden.
Zwar kommen auch Kunststoffkisten weiterhin zum Einsatz, doch die Bediener bevorzugen zumeist Container oder Module mit mehreren Ebenen. Dabei ist es wünschenswert, diese Module direkt im Stall so nah wie möglich an den Bereichen aufzustellen, wo die Tiere tatsächlich eingefangen werden. Die Fänger sollten mit den Vögeln keine weiten Wege zurücklegen müssen. Dabei sind die Module so zu gestalten, dass sie sich in der Nähe von Wänden oder in Ecken aufstellen lassen, damit auch die letzten Nachzügler eingefangen und verladen werden können. Herausnehmbare Schalen gehören daher nicht zur bevorzugten Ausstattung, da sie zu viel Platz beanspruchen. Die Module sollten zudem die Möglichkeit bieten, die Tiere reibungslos und mit möglichst geringem Beschädigungsrisiko zu verladen. Die Ladeöffnungen müssen daher so groß sein, dass die Tiere nach unten auf ihren Füßen stehend verladen werden können. Der Aufbau des Moduls muss das Risiko minimieren, dass Köpfe, Flügel oder Beine während des Ladevorgangs eingeklemmt werden. Die GP- und ATLAS-Transportmodule von Marel bieten eine breite Ladeöffnung.
Die Lkw-Fahrt
Volle Module sollten so schnell wie möglich auf den Lkw verladen werden. Die Beladung eines Lkw dauert in der Regel bis zu einer Stunde. Die Fahrt zum Verarbeitungsbetrieb darf sich auf keinen Fall über lange Zeiträume hinziehen. Im Idealfall befinden sich die Tiere nicht länger als wenige Stunden in den Transportkisten. Auch auf dem Lkw sind die Tiere Risiken ausgesetzt. Mit entsprechenden Maßnahmen müssen sie vor extremer Hitze und Kälte sowie vor schlechtem Wetter geschützt werden. Masthähnchen erzeugen viel Wärme und atmen feuchte Luft aus. Hitzestress kann schnell zu einem Problem werden. Die Transportmodule sollten so gestaltet sein, dass sie stets gut belüftet sind, unabhängig davon, ob der Lkw steht oder fährt. Besonders wichtig ist die Bauweise des Bodens, damit die Vögel beim Bremsen, in Kurven oder auf holprigen Straßen Halt finden.